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Covid-19 milder Verlauf: Symptome, Diagnose, Behandlung

Covid-19 milder Verlauf: Symptome, Diagnose, Behandlung

Wann spricht man von "Coronavirus" und wann von "Covid-19"? Was kennzeichnet einen milden Verlauf und wie kann die Erkrankung behandelt werden? Wir haben die wichtigsten Hintergrundinfos und die besten Tipps für die Behandlung zuhause.

Studienlage

Was ist der Unterschied zwischen “Coronavirus” und “Covid-19”?

Die Erkrankung COVID-19 wird vom Virus SARS-CoV-2 (steht für „Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus Type 2“), allgemein als „Coronavirus“ bekannt, ausgelöst. Die Infektion mit dem Virus kann gänzlich symptomlos – und so häufig unerkannt – geschehen. Treten infolge der Ansteckung jedoch Symptome auf, also bricht die Erkrankung aus, so spricht man von COVID-19.

Definition: Was versteht man unter einem milden Verlauf bei Covid-19?

Wird die Coronavirus-Infektion zu einer symptomatischen Erkrankung, so verläuft diese in den allermeisten Fällen mild und kann in häuslicher Quarantäne auskuriert werden. Bei einem solch milden Verlauf, ähneln viele der Symptome einer Erkältung: Häufig sind unter anderem Husten, (leichtes) Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, Reduktion oder vorübergehender Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Wichtig ist, den Symptomverlauf zu beobachten, regelmäßig die eigene Temperatur zu messen (bei erhöhter Temperatur bzw. Fieber) und bei etwaiger Verschlechterung des Zustands ärztlichen Rat einzuholen. Tritt Atemnot auf oder steigt das Fieber auf ein hohes Niveau, so muss unbedingt rasch reagiert werden.

Wie lange halten die Symptome bei einem milden Covid-19-Verlauf an?

Es ist sehr individuell, wie lange die Erkrankungssymptome vorhanden bleiben. Bei einem sehr milden Verlauf verschwinden die Symptome häufig bereits nach wenigen Tagen, manchmal bleiben Husten, Schnupfen & Co. aber auch eine Woche oder länger bestehen. Die richtige Behandlung (z. B. Hausmittel oder Medikamenten) kann dabei helfen, die Symptomdauer zu verkürzen. 

Bei einem Teil der Erkrankten – man geht von bis zu 15 Prozent aus – halten (meist) einzelne Symptome länger als vier Wochen an. In einem solchen Fall spricht man von „Long-COVID“. Persistieren die Beschwerden länger als zwölf Wochen, so wird dies als „Post-COVID-Syndrom“ bezeichnet (AWMF 2021). Dabei können sich die anhaltenden Symptome vielfältig manifestieren: Von einem länger eingeschränkten Geruchs- und Geschmackssinn über bleibenden Husten oder Schnupfen bis hin zum „Chronic Fatigue Syndrome“ (Myalgische Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome, kurz ME/CFS) sind verschiedenste Ausprägungen möglich. 

Wie erfolgt die Ansteckung mit “Corona”?

Die Übertragung des Coronavirus erfolgt hauptsächlich über Tröpfchen und Aerosole, die etwa beim Husten, Niesen, Sprechen oder auch einfach nur beim Ausatmen produziert werden. Werden diese kleinen und kleinsten infektiösen Partikel von anderen eingeatmet und gelangen sie so an die Nasen- oder Rachenschleimhäute, kann eine Infektion geschehen. Das Ansteckungsrisiko erhöht sich durch Nähe zu Infizierten (besonders wenn diese Symptome aufweisen) und den Aufenthalt in Innenräumen, in denen meist wenig Luftaustausch stattfindet. Auch Kontaktinfektionen sind möglich: Hierbei werden Viren über Berührungen (von Mensch zu Mensch oder über Oberflächen) weitergegeben. Wird danach Mund, Nase oder Augen berührt, können die Viren an die Schleimhäute gelangen und eine Infektion auslösen.

Schutz vor Covid-19: einfache Hygienemaßnahmen

Die größte Säule der Corona-Vorsorge ist die Ansteckungsprävention, im Rahmen derer vor allem verbesserte Hygiene und Abstand zu anderen (und vor allem zu Infizierten!) groß zu schreiben sind: Neben dem Tragen einer FFP2-Maske (v. a. in Innenräumen), häufigem und gründlichem Händewaschen, und korrektes Niesen und Husten (z. B. in den gebeugten Ellenbogen; nicht in die Hände!) ist die Vermeidung von Körperkontakt zu Haushaltsfremden (z. B. Händeschütteln, Umarmen, Begrüßungsküsschen) eine Schutzmaßnahme. Das Meiden stark frequentierter Orte und das Einhalten eines Abstands von zwei Metern zu anderen reduzieren das Ansteckungsrisiko ebenfalls stark. Raumhygiene leistet einen wichtigen Beitrag: Reichlich Frischluftzufuhr bzw. häufiges Lüften geschlossener Räume reduziert die potentielle Viruslast massiv. 

Schutz vor schwerem Covid-19-Verlauf: die Impfung

Die wichtigste Schutzmaßnahme gegen das Virus SARS-CoV-2 - bzw. genauer: gegen einen schweren Erkrankungsverlauf infolge einer Infektion - ist die Schutzimpfung. Das Angebot an Impfstoffen wird laufend erweitert und auch bereits länger zugelassene Impfstoffe werden laufend angepasst. Diese Anpassungen werden aufgrund des sich rasch verändernden Virus notwendig. Verändert es sich zu stark, so kann die Impfung nicht mehr in vollem Ausmaß wirken. Es stehen unterschiedliche Impfstoffarten zur Verfügung (z. B. mRNA-Impfstoffe, Totimpfstoffe, Vektorimpfstoffe), die in Österreich derzeit selbst gewählt werden können. Hierzulande besonders häufig eingesetzt werden mRNA-Impfstoffe: Sie enthalten nur den Bauplan für Virusproteine des Erregers SARS-CoV-2. Auf Basis dieser “Messenger RNA” (mRNA) stellt der Körper die Virusproteine her, die sogleich von Immunzellen erkannt werden. Das Immunsystem wird aktiviert und produziert spezifische Antikörper, die eine SARS-CoV-2-Infektion in Folge erkennen und bekämpfen. Das Impfschema, also die Intervalle, in denen die Grundimmunisierung und die Auffrischungsimpfungen (Boosterung) verabreicht werden sollten, können je nach Impfstoff leicht unterschiedlich aussehen. Die entsprechenden Empfehlungen werden parallel zur Entwicklung der Pandemie auch laufend angepasst.

Antikörpertherapie für spezielle Risikogruppen

Eine Schutzmaßnahme gegen schwere Verläufe ist auch die passive Immunisierung mittels Antikörpertherapie (z. B. Kombitherapie Tixagevimab/Cilgavimab). Diese kann aber nur bei speziellen Risikogruppen angewendet werden, die nicht geimpft werden können und an einer Immunsuppression leiden. Eine Immunsuppression liegt dann vor, wenn das Immunsystem - aufgrund von entsprechender Erkrankung oder medizinischer Behandlung - geschwächt ist. Dies kann dazu führen, dass die aktive Immunisierung (Impfung) nicht ausreichend funktioniert und das Risiko eines schweren Erkrankungsverlaufs erhöht ist. Die Antikörpertherapie ist nicht in Impfzentren oder kommerziell erhältlich, sie kann nur in besonderen Fällen und bei entsprechender Indikation (im Krankenhaus) verabreicht werden.

Wie wird die Diagnose COVID-19 gestellt?

Die mild ausgeprägten Symptome von COVID-19 ähneln jenen anderer Atemwegserkrankungen sehr stark: darunter etwa Schnupfen, Husten, Fieber und Halsschmerzen. Diese Tatsache macht eine Differenzierung oft schwierig, weshalb die Durchführung eines PCR-Tests vorläufig die wichtigste Säule in der Diagnostik einer COVID-19-Erkrankung. Die schnelleren Antigentests können auch ein wichtiger Indikator sein, jedoch sind sie anfällig für falsch-negative Ergebnisse, besonders bei symptomarmem Verlauf. Deshalb sollte immer auch ein PCR-Test durchgeführt werden. “PCR” steht für “Polymerase-Ketten-Reaktion” und beschreibt eine Labormethode, die auch geringe Mengen an Erbgut eines bestimmten Krankheitserregers (in diesem Fall das Virus SARS-CoV-2) nachweisen kann. Ein positives Testergebnis gibt Gewissheit darüber, dass eine COVID-19-Infektion vorliegt. Gleichzeitig schließt das positive Ergebnis andere Erkrankungsursachen aus. Ein einmaliger Test reicht jedoch in einigen Fällen nicht aus, da er nicht immer bzw. nicht in allen Erkrankungsstadien gleichermaßen “anschlägt”.

Wie wird Covid-19 bei einem milden Verlauf am besten behandelt?

Die Behandlung einer symptomatischen COVID-19-Infektion gestaltet sich je nach Symptomschwere sehr unterschiedlich. Die meisten COVID-19-Erkrankten haben milde Erkrankungsverläufe, die meist ohne Komplikationen zuhause auskuriert werden können - ggf. unter hausärztlicher Betreuung. In dem Fall reichen einfache Behandlungsmaßnahmen, die die Symptome lindern, meist aus (DEGAM 2022). Dafür stehen folgende Optionen zur Verfügung:

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