Behandlungsoption

Covid-19: Diese Medikamente helfen bei einem milden Verlauf

Covid-19: Diese Medikamente helfen bei einem milden Verlauf

Neben vielerlei Hausmitteln können auch Medikamente eingesetzt werden, um die Symptome bei einem milden Covid-19-Verlauf zu lindern. Besonders bei Fieber oder Schmerzen können sie die richtige Wahl sein und beim Auskurieren helfen.

Studienlage

Covid-19 zuhause behandeln

Hat ein positives PCR-Testergebnis die SARS-CoV-2-Infektion bestätigt und treten Symptome auf, so kann die Erkrankung Covid-19 in aller Regel zuhause behandelt werden. Dazu stehen einige Hausmittel zur Verfügung, die oftmals sehr gute Dienste leisten, oder diverse medikamentöse Behandlungsoptionen. Je nach aktueller Quarantäne-Regelung (Regelungen zur Absonderung/Verkehrseinschränkung) muss ggf. zusätzlich eine Absonderung im eigenen Zuhause stattfinden.

Wichtig: Bei Verschlechterung der Symptome und bei hohem Fieber holen Sie bitte unbedingt (zunächst telefonisch) ärztlichen Rat ein bzw. rufen Sie 1450. Verschlechtert sich ihr Zustand sehr rasch (z. B. Atemnot), dann rufen Sie bitte den Notruf 144. Bei allgemeinen Fragen rund um Quarantäne & Co. rufen Sie bitte 1450. 

Bei Fieber und Schmerzen: Paracetamol oder NSAR

Ein Symptom, das eine COVID-19-Erkrankung häufig begleitet, ist Fieber. Prinzipiell ist Fieber als eine normale Abwehrreaktion des Körpers anzusehen: Der Körper reguliert die Temperatur nach oben, um Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten zu bekämpfen. Eine Fiebersenkung sollte daher nicht sofort vorgenommen werden (DEGAM 2022) sondern nur bei Bedarf - etwa wenn es länger anhält oder die Körpertemperatur gefährlich hoch steigt, etwa auf 39 Grad. Ausnahmen sind ältere oder vorerkrankte COVID-19-Patient:innen, bei denen Fieber den Allgemeinzustand stark verschlechtern kann. 

Besteht eine Notwendigkeit für Fiebersenkung oder Schmerzlinderung (z. B. Kopfschmerzen), so kann diese durch orale Medikation erreicht werden - hierfür gut geeignet sind Paracetamol und NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika; z. B. Ibuprofen). Paracetamol wirkt fiebersenkend und schmerzlindernd, NSAR wirken darüber hinaus auch entzündungshemmend. Beide Medikamentengruppen werden meist oral in Tablettenform eingenommen. 

Ab welcher Temperatur ist es Fieber?

Als Fieber gilt eine Temperatur ab 38 Grad. Der Bereich zwischen 37,5 und 37,9 Grad gilt lediglich als erhöhte Temperatur. Ist erhöhte Temperatur oder Fieber vorhanden, so sollten regelmäßige Messungen erfolgen, um die Werte im Auge zu behalten und bei deutlichem Anstieg der Temperatur schnell reagieren zu können.

Mögliche Nebenwirkungen von NSAR-Einnahme

NSAR können mitunter beträchtliche Nebenwirkungen auslösen, weshalb älteren Patient:innen bzw. jenen mit bestimmten Vorerkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen) oftmals von NSAR abgeraten wird. Aber auch bei sonst Gesunden sind Nebenwirkungen nicht selten: Gastrointestinale Beschwerden (z. B. Durchfall, Magenschmerzen, Sodbrennen) kommen etwa häufig vor. Eine Alternative zur Fiebersenkung und Schmerzlinderung ist das erwähnte Paracetamol (DEGAM 2022).

Inhalation mit Budesonid kann Risiko für schweren Verlauf senken

Budesonid ist ein Steroid (= Kortison), das häufig zur lokalen Behandlung von Asthma, COPD (Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung) und allergischem Schnupfen eingesetzt wird. In diesem Rahmen ist der Nutzen entsprechender Präparate gut erforscht (Griesel 2022). Bereits früh im Pandemiegeschehen gelangte der Wirkstoff auch in den Fokus der COVID-19-Forschung: Aufgrund der stark entzündungshemmenden Wirkung von Kortison wird angenommen, dass Budesonid das Risiko für schwere COVID-19-Erkrankungsverläufe reduziert, da solche meist mit hoher Entzündungsaktivität einhergehen. Ob eine solche Behandlung in Frage kommt, muss im individuellen Fall entschieden werden - stets nach ärztlicher Rücksprache. Die Einnahme erfolgt mithilfe eines Inhalators: Zweimal täglich und über 7 bis 14 Tage hinweg wird das Budesonid-Präparat (häufig Pulver) über den Rachen inhaliert. Da bereits kleine Anwendungsfehler die Wirksamkeit stark einschränken können, sollte die Anwendung sorgfältig und exakt nach Vorgabe erfolgen. Mögliche Nebenwirkungen der Anwendung sind etwa Heiserkeit, Schluckbeschwerden oder ein Pilzbefall im Mund- und Rachenraum (DEGAM 2022).

Medikamente mit Budesonid werden zum aktuellen Zeitpunkt nur im so genannten “Off-Label-Use” bei COVID-19 eingesetzt: Dies bedeutet, dass der Wirkstoff zwar durch die Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen wurde, (noch) nicht jedoch für die Behandlung von COVID-19.

Derzeit selten: antivirale Medikamente

Noch mit Vorsicht zu genießen ist der Einsatz von antiviralen, oralen Medikamenten. “Antiviral” bedeutet, dass sie die Virusvermehrung hemmen. Dieser Effekt tritt jedoch nur dann ein, wenn die Medikamente in den ersten Tagen nach Symptombeginn eingenommen werden. Zu den bekanntesten Wirkstoffen zählen Fluvoxamin und Molnupiravr. Eine Wirkstoffkombination, die die Virusvermehrung ebenfalls hemmt, ist Nirmatrelvir/Ritonavir: Sie ist allerdings nur für spezielle Risikogruppen geeignet und birgt ein potenziell hohes Risiko für Interaktionen mit anderen Medikamenten, darunter z. B. Antiarrhythmika (gegen Herzrhythmusstörungen), Alphablocker (gegen Bluthochdruck) oder Corticoide (Kortison). Aufgrund dieses hohen Interaktionsrisikos sowie der noch niedrigen Evidenz zur Wirksamkeit aller beschriebenen Wirkstoffe kommen die Medikamente jedoch aktuell nur selten zur Anwendung.

Weitere hilfreiche Tipps für die Behandlung zuhause:

  • Quarantäneregeln beachten: Halten Sie bei (symptomatischer) Infektion bitte unbedingt die aktuell geltenden Quarantäneregeln ein. Infos unter: Regelungen zur Absonderung/Verkehrseinschränkung  
  • Schonen und Schlaf: Schlafen Sie besonders in der Akutphase der Symptome möglichst viel (mind. 8 Stunden pro Nacht) und schonen Sie sich.
  • Viel trinken: Reichlich Flüssigkeit (v. a. Wasser, Tee oder nicht allzu salzige Suppen) ist wichtig, um den Körper bei Kräften zu halten und für gute Hydrierung zu sorgen. 
  • Gute Luft: Regelmäßiges Lüften verbessert die Raumluft und reduziert die Virenlast im Raum. Dies ist auch eine wichtige Maßnahme, um andere in Ihrem Haushalt lebende Personen zu schützen.
  • Nicht zu trocken: Raumluft ist tendenziell eher trocken. Hohe Luftfeuchtigkeit ist eine Wohltat für die Atemwege, die bei einer COVID-19-Erkrankung meist angeschlagen sind. Ein Luftbefeuchter (Bitte regelmäßig reinigen!) sorgt für besseres Raumklima. Alternativ können Sie auch feuchte Handtücher im Raum aufhängen.
  • Soziale Isolation vermeiden: Sollten Sie einige Tage in Quarantäne verbringen müssen, so ist es wichtig, sich nicht auch sozial gänzlich abzukapseln. Via Social Media oder Telefon können und sollten Sie mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben. Um den Körper bestmöglich bei der Genesung zu unterstützen, sollten Sie ihn möglichst gesund ernähren. 
  • Trinken Sie viel: am besten Wasser, ungesüßte Tees und nicht zu salzige Suppe. Vermeiden Sie kohlensäurehaltige Getränke, da sie die Schleimhäute austrocknen, und gesüßte oder zuckerhaltige Getränke und Säfte.
  • Vermeiden Sie stark salzhaltige Speisen, da diese dehydrieren.
  • Vermeiden Sie sehr fettreiche Mahlzeiten, da diese das Verdauungssystem belasten.

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Quellen

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