Behandlungsoption

Karpaltunnelsyndrom: Wie hilft die Operation?

Karpaltunnelsyndrom: Wie hilft die Operation?

Eine operative Behandlung des Karpaltunnelsyndroms ist dann notwendig, wenn andere, nicht operative Behandlungsmethoden keinen ausreichenden Erfolg erzielen konnten. Bei der Operation wird das Karpalband durchtrennt, das den Mittelnerv einengt.

Studienlage
5 - Hochwertige Evidenz Qualität

Offene Operation (Offene Retinakulumspaltung)

Die Operation des Karpaltunnelsyndroms kann offen oder endoskopisch (s. unten) erfolgen und ist eine effektive und langfristig wirksame Therapieoption. Sie wird vor allem dann eingesetzt, wenn nicht operative Therapien (z. B. Schiene, Kortison uvm.) nicht den gewünschten bzw. keinen langfristigen Behandlungserfolg erzielt haben oder das Karpaltunnelsyndrom schon so weit fortgeschritten ist, dass die Operation dringend notwendig ist. Bei der Operation wird das Karpalband (Retinakulum) durchtrennt, wodurch der Mittelnerv (Nervus medianus) sofort entlastet wird. Dies führt in den allermeisten Fällen zu einer beträchtlichen Verbesserung der Beschwerden. Je nach anatomischen Gegebenheiten kann es notwendig sein, auch andere, den Nerv bedrängende Gewebeteile zu lösen, z. B. Verwachsungen. Bei der offenen Operationsmethode gibt es verschiedene Varianten betreffend Anzahl, Länge und Position des Hautschnitts. Die modernste Operationstechnik kommt mit einer kleinen Schnittöffnung am Handballen aus und wird unter Lupenbrillen-Vergrößerung durchgeführt.

WALANT-Verfahren erspart Blutsperre

Die OP wird meist in Regionalanästhesie durchgeführt (Spritze im Bereich der Hand oder Achsel). Um beste Sicht zu gewährleisten, wird in „Blutleere“ operiert, d. h. der Blutfluss im zu operierenden Areal wird während des kurzen Eingriffs unterbunden. Dies geschieht entweder mithilfe einer Oberarm-Blutsperre (ähnliche einer Blutdruckmanschette) oder es kommt das „WALANT“-Verfahren („Wide Awake, Local Anesthesia, No Tourniquet“) zum Einsatz, bei dem auf die Blutsperre verzichtet werden kann: Dabei wird dem Betäubungsmittel ein Zusatz (meist: Adrenalin) beigemischt, das die Blutgefäße für einige Stunden verengt und so ein blutungsarmes Operieren ohne Blutsperre ermöglicht. In den Tagen nach dem Eingriff können blaue Flecken an der Handfläche bzw. am Unterarm auftreten. Dies ist normal und kein Grund zur Sorge. Je nach Dauer und Ausprägung der Beschwerden vor der OP kann die Regeneration des Mittelnervs und damit die nachhaltige Beschwerdelinderung einige Tage bzw. bis zu sechs Wochen (in schweren Fällen auch bis zu sechs Monate) in Anspruch nehmen. Etwa 14 Tage nach der OP werden die Nähte entfernt. Die Hand ist nach etwa drei Wochen wieder nahezu vollständig belastbar. Nach dem Eingriff ist es wichtig, die Wundheilung gemäß den Empfehlungen zu unterstützen und die Hand regelmäßig zu beüben. Spezielle Übungen, die in den Wochen nach der OP durchgeführt werden sollten, mobilisieren die Sehnen und den Mittelnerv und verhindern Verklebungen.

Endoskopische Operation (Endoskopische Retinakulumspaltung)

Wie auch die offene Operation hat die endoskopische Operation das Ziel, das Karpalband (Retinakulum) zu durchtrennen, um den Mittelnerv (Nervus medianus) zu entlasten. Dadurch wird in den allermeisten Fällen eine sofortige Beschwerdelinderung herbeigeführt. Über einen kleinen Schnitt an der Handgelenksinnenseite und ggf. über einen zweiten Schnitt an der Handfläche werden Kamerasonde (Endoskop) und das Werkzeug für die Spaltung unter der Haut zum Karpalband geführt. Anschließend wird das Karpalband durchtrennt. Der Eingriff wird, wie auch die offene OP, meist in Regionalanästhesie durchgeführt (Spritze im Bereich der Hand oder Achsel). Dank des modernen "WALANT"-Verfahrens (s. o.) ist auch hier das Operieren ohne unangenehme Blutsperre möglich. Auf Wunsch kann die OP auch im Dämmerschlaf durchgeführt werden. Zusatzeingriffe sind bei der endoskopischen bzw. „Schlüsselloch-”Technik im Gegensatz zur offenen Retinakulumspaltung nicht möglich, da das Sichtfeld eingeschränkt ist.

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Quellen

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