Behandlungsoption

Tennisarm: Wie hilft die Operation?

Tennisarm: Wie hilft die Operation?

Die chirurgische Behandlung eines Tennisarms kann dann angestrebt werden, wenn andere Maßnahmen erfolglos blieben. Je nach individueller Situation kommen unterschiedliche OP-Methoden zum Einsatz.

Studienlage
4 - Mäßige Evidenz Qualität 

Offene Operation

Konnte bei einem Tennisarm durch nicht chirurgische Behandlungsmethoden (z. B. Bandage, Physiotherapie) kein zufriedenstellender Therapieerfolg erzielt werden, so kann ein chirurgisches Eingreifen überlegt werden. Besonders häufig wird die OP „offen“ durchgeführt. Verschiedene Verfahren stehen zur Auswahl, die bei Bedarf kombiniert werden können und sich gut ergänzen. Welche Operationsmethode(n) in Ihrem individuellen Fall zur Anwendung kommen, wir Ihr:e Chirurg:in genau mit Ihnen besprechen. Der Eingriff kann sowohl in Regionalanästhesie als auch in Vollnarkose durchgeführt werden. Vor Beginn der Operation muss für Blutleere im Operationsareal gesorgt werden, denn nur so kann gute Sicht gewährleistet sein. Um diese Blutleere herzustellen, wird eine „Blutsperre“ (ähnlich einer Blutdruckmanschette) angelegt. Der chirurgische Zugang erfolgt dann über einen etwa 4-5 cm langen Schnitt im Bereich des Ellenbogens. Nach dem vollendeten therapeutischen Eingriff wird die Wunde genäht und steril verbunden. Im Anschluss an die OP sind korrekte Entlastung und physiotherapeutisch unterstützte Mobilisierung entscheidend für den langfristigen Heilungserfolg.

So unterscheiden sich die offenen OP-Verfahren:

- Operationsverfahren nach Hohmann

Die Sehnenansätze des Musculus extensor radialis brevis (ECRB; kurzer speichenseitiger Handgelenksstrecker), die am Oberarmknochen entspringen, werden vorsichtig eingekerbt. Zusätzlich wird krankhaft verändertes Gewebe entfernt. In Folge vernarbt der Muskel so, dass er etwa einen Zentimeter von der ursprünglichen Stelle entfernt ansetzt. Dadurch reduziert sich einerseits die Spannung, andererseits können die übrigen Sehnenanteile im Rahmen der Vernarbung ausheilen und es kommt zu einer nachhaltigen Beschwerdelinderung. 

- Operationsverfahren nach Wilhelm

Das sensible Nervengeflecht im Operationsgebiet wird durchtrennt bzw. verödet. Dies wird als „Denervierung” bezeichnet. So wird die Schmerzweiterleitung aus dem betroffenen Areal verhindert. 

- Operationsverfahren nach Nirschl

Der krankhaft veränderte Sehnenanteil des Musculus extensor carpi radialis brevis (ECRB; kurzer speichenseitiger Handgelenkstrecker) wird entfernt. Zusätzlich wird der angrenzende Oberarmknochen (sog. Epicondylus) mehrfach angebohrt. Das durch die Bohrungen austretende Blut aktiviert die Selbstheilungskräfte des Körpers und fördert damit die Regeneration des Gewebes. 

Endoskopische Operation

Das arthroskopische bzw. endoskopische Verfahren (Lo 2007) stellt einen minimalinvasiven Eingriff dar, der mit nur kleinen Hautschnitten (1-1,5 cm lang) auskommt. Durch Unterstützung einer kleinen Kamera kann sehr genau operiert werden. Der Eingriff erfolgt unter Regional- oder Vollnarkose. Das Ziel ist die chirurgische Entlastung der gereizten Sehne. Nachdem sie mithilfe des Endoskops aufgesucht wurde, wir die gereizte Sehne eingekerbt. Durch das Einkerben wird die Sehne sofort entlastet. Die anschließende Narbenbildung hat zur Folge, dass der verbleibende Muskel nunmehr etwa einen Zentimeter von der ursprünglichen Stelle ansetzt. Dadurch nimmt die Spannung ab, was die Reizung und in Folge die Schmerzen lindert. Dieser Spannungsverlust soll auch einem neuerlichen Auftreten einer Sehnenüberlastung vorbeugen und zu einer langfristigen Besserung der Beschwerden führen. Im Zuge des Eingriffs wird häufig auch krankhaft verändertes Sehnengewebe abgetragen. Bei Bedarf kann auch schmerzleitendes Nervengewebe durchtrennt werden („Denervierung“), um die Schmerzweiterleitung aus dem Areal zu hemmen. Die postoperative Rehabilitation gestaltet sich beim endoskopischen OP-Verfahren oftmals etwas kürzer sowie schmerz- und komplikationsärmer als bei der offenen Operation. Auch hier sind korrekte Entlastung und physiotherapeutisch unterstützte Mobilisierungsübungen entscheidend.

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Quellen

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