Behandlungsoption

Karpaltunnelsyndrom: Wie hilft Kortison?

Karpaltunnelsyndrom: Wie hilft Kortison?

Kortison wirkt stark abschwellend und kann daher die Beschwerden, die mit dem Karpaltunnelsyndrom einhergehen, lindern. Es kann oral eingenommen werden oder in Form einer Infiltration durch Ihre:n Ärzt:in.‍

Studienlage
5 - Hochwertige Evidenz Qualität

Kortison oral

Bei erst beginnender Karpaltunnelsyndrom-Symptomatik (z. B. nächtliches Einschlafen der Hände, Kribbeln in den Fingern) können niederschwellige Behandlungen oftmals eine gute Wirkung erzielen. Eine Behandlungsmethode, die in frühen Erkrankungsstadien und bei erstmals bzw. nur mild auftretenden Symptomen gut geeignet sein kann, ist die orale Kortisontherapie. Kortisonpräparate sind für ihre stark abschwellende Wirkung bekannt, was im Fall des Karpaltunnelsyndroms besonders vorteilhaft ist und gute Behandlungserfolge erzielen kann: Der Nerv, der aufgrund der Erkrankung schwillt, wird sehr effektiv zum Abschwellen gebracht. In Folge reduziert sich auch der Druck und damit die typischen Symptome wie Schmerzen, Kribbeln und Taubheit. Kortisontabletten sollten im Regelfall nicht länger als maximal zwei Wochen eingenommen werden und nur strikt nach ärztlicher Anweisung. Dies ist entscheidend, da Kortison eine Vielzahl von Körperfunktionen beeinflussen kann (z. B. den Hormon- und Fettstoffwechsel) und die Einnahme mit Nebenwirkungen einhergehen kann: zu den häufigsten zählen etwa Magen-Darm-Beschwerden, Veränderungen der Haut oder Gewichtszunahme.

Kortison-Infiltration

Reichen niederschwelligere Behandlungsoptionen nicht aus, um die Beschwerden zu lindern, so kann eine Kortison-Infiltration eine passende Option sein. Bei der Infiltration wird das Kortison zusammen mit einem lokalen Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) und über eine dünne Nadel in den Karpaltunnel injiziert. Dies lässt die Weichteile (Sehnen und Nerv) rasch abschwellen und eine Beschwerdelinderung stellt sich ein: Die Schmerzen werden reduziert und Symptome wie Taubheit und/oder Kribbeln in den Fingern sollten sich ebenfalls bessern. Direkt nach der Behandlung können sich Hand und Finger für ein bis zwei Stunden etwas taub anfühlen - das ist völlig normal und dem Lokalanästhetikum geschuldet. Die Wirkung des Kortisons setzt meist nach 24-48 Stunden ein. Als mögliche Nebenwirkungen einer Kortisoninjektion können in wenigen Fällen eine Hautrötung (Flush), ein vermehrtes Hitzegefühl oder subjektives Herzrasen auftreten. Diese Symptome klingen normalerweise nach wenigen Tagen wieder ab. Die Kortison-Infiltration kann bei Bedarf wiederholt werden – dies sollte jedoch nicht zu oft passieren, da Nebenwirkungen auftreten können. Damit Sehnen und Nerv nicht verkleben, sollten nach der Behandlung für einige Tage einfache Übungen durchgeführt werden. Sie halten die Weichteile mobil. 

Besonders genau erfolgt die Infiltration, wenn sie bei ständiger Ultraschallkontrolle durchgeführt wird: Studien (Yang 2021) haben gezeigt, dass die ultraschallgeführte Injektion beim Karpaltunnelsyndrom günstigere Ergebnisse als die Injektion ohne Ultraschall bringt, da der Weg der Nadel genau verfolgt werden kann.

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